Wildbienen

Wildbienen sind faszinierende Tiere. Und nicht nur zur Bestäubung von Kulturpflanzen tragen sie bei. Sie sind natürlich auch an der Bestäubung von Wildpflanzen maßgeblich beteiligt. Von der Samen- und Fruchtbildung dieser Pflanzen hängt wiederum deren Fortpflanzung und Verbreitung ab. Und zugleich sind die Samen und Früchte ja auch Futter für andere Tierarten, wie Vögel also Kleinsäuger.

Es ist also wichtig, dass wir uns für den Schutz von Wildbienen (und Insekten allgemein) einsetzen.
Das öffentliche Bewusstsein für diese Insektengruppe ist in den letzten Jahren zum Glück stark gestiegen. Und man sieht immer öfter Wildbienenhotels.

Wildbiene im Anflug

Wildbiene im Anflug

 

Damit diese jedoch einen Nutzen erzielen und am Ende nicht noch schaden, gibt es einiges zu beachten:

  • Der Standort sollte trocken, vor Regen geschützt und sonnig bis halbschattig sein.
  • Verwendet werden können Schilfstengel, Bambusstücke und mit Löchern versehene Hölzer
    • Schilfstengel und Bambusstücke sollten mindestens 8 Zentimeter tief sein und die Rückseite sollte geschlossen sein. Beim Bambus muss man beachten, dass es keine scharfkantigen Stellen gibt, an denen sich die Bienen die Flügel verletzen können. Speziell an der Schnittstelle entstehen diese oft.
    • Nutzt man Hölzer mit Bohrlöchern, muss man ebenso darauf achten, dass die Löcher sauber verarbeitet sind. Es dürfen keine Holzfasern abstehen, da die Bienen vorwärts und rückwärts in und aus den Bohrlöchern klettern. Verhaken sich hier die Flügel, können diese brechen und das bedeutet definitiv das Ende dieser Biene. Man sollte kein harzendes Holz verwenden. Beim Bohren ist darauf zu achten, dass sich das Holz nicht stark erhitzt. Daher besser mal immer eine kurze Pause einlegen und dann weiterbohren.

Diese Art der Nisthilfe simuliert Totholz mit Käferfraßgängen. Daher ist es auch sinnvoll, solches Totholz einfach mal im Garten liegen zu lassen. Somit ist nicht nur Wildbienen geholfen, sondern auch anderen Insekten.

Weitere Nistplätze

Ein Großteil unserer Wildbienen baut jedoch weder in Holz noch in solche Stengel, sondern die meisten bauen in die Erde.
Lehm oder Löss, aber auch sandige Böden nutzen sie. Dazu gehören u.a. einige Arten aus der Gruppe der Maskenbienen.

Maksenbiene

Maskenbiene


Aber auch eine deutlich bekanntere Wildbienenart baut ihre Nester auch in die Erde.
Die Königin der Erdhummel nutzt verlassene Mäuselöcher, um dort ihre Eier abzulegen, aus denen dann ein Volk aus 50-100 Tieren schlüpft.

Hummel

Hummel

 

Es ist daher sinnvoll, auch für diese – oft deutlich bedrohteren Arten – eine Nistmöglichkeit anzubieten. Die kann z.B. so aussehen, dass man einfach im Garten in einem Bereich die Erde nicht mehr bearbeitet, und stattdessen der Natur ein wenig Platz bietet. – Beispielsweise in Form einer kleinen Wildblumenwiese.

Man kann zudem der Hummel einen Nistkasten bauen. Der NABU bietet hierzu eine gute Anleitung. Und als kleiner Tipp: Wenn man die Möglichkeit hat, Mausekot in diesen Hummelkasten einzubringen, wird man deutlich schneller ein Hummelvolk im Garten haben. Die Königin nimmt diesen wahr.

Ein Sandarium bietet nicht nur Lebensraum für Eidechsen, sondern auch für viele Wildbienenarten, wie die Wollbiene. Sie bauen Niströhren in den Sand und legen dort ihre Eier ab.

Sandarium

Dieses Sandarium ist befüllt mit einer etwa 40 cm hohen Sandschicht. Darunter befindet sich eine etwa 10 Zentimeter dicke Drainage-Schicht aus Schotter. Neben dem Sand haben wir einige Steine eingebracht. Ansonsten wird hier nichts weiter angelegt. Es wird keine Bepflanzung vorgenommen. Das Sandarium sollte sich an einem möglichst sonnigen Standort befinden.

 

Wem der Platz für ein solches Sandarium fehlt, der hat vielleicht die Möglichkeit, eine Nisthilfe aus Löss herzustellen. Dazu kann man eine spezielle Lössmischung kaufen. Oder man benutzt Lehm aus dem Garten, den man mit Sand mischt. Es ist jedoch sehr wichtig, dass man ein Mischungsverhältnis von etwa 8 Teilen Sand zu 1 Teil Lehm verwendet. Die Kunst besteht darin, dass der Lehm am Ende nicht zu fest sein darf, da die Wildbienen sich die Löcher selbst graben. Er darf aber auch nicht zu viel Sand enthalten, sonst wird er rissig.
Ob die Mischung richtig ist, erkennt man daran, dass sich der Lehm nach Trocknung mit dem Fingernagel abkratzen lässt.
Zur Herstellung eignet sich hervorragend ein ausgedienter Eimer. – Neben dem praktischen Naturschutz auch noch eine Art von Upcycling…

Keine Mutter ohne Futter

Wildbienen benötigen Nektarpflanzen in naher Umgebung ihrer Niströhre. Man sagt dass eine Wildbiene etwa einen Radius von 250 m abdecken kann, und gleichzeitig genügend Eier ablegen. Je weiter der Flugweg, desto mehr verschleißen ihre Flügel und desto mehr Energie benötigt sie. Das wirkt sich dann wieder auf die Anzahl der abgelegten Eier aus.

Viele Wildbienen leben solitär, also nicht im Staat. Sie legen in den Niströhren einzelne Kammern an, in denen sie dann jeweils ein Ei und ein Pollenbrot hinterlegen. So füllen sie z.B. ein Bohrloch von 8 Zentimetern Tiefe und verschließen jede Kammer mit einer kleinen Wand aus Lehm. Andere Arten nutzen für den Ausbau ihrer Niströhre die Haare von Königskerzen, oder sie schneiden mit ihren Mundwerkzeugen Stücke aus Blättern und stellen daraus ihre Niströhren her. Wieder andere fressen das Mark aus Brombeerstengeln und legen dort ihren Nachwuchs ab.

Alle Wildbienenarten haben jedoch eines gemein: Sie brauchen vielfältige Blühpflanzen rundherum. Wobei es auch viele Arten gibt, die auf spzielle Pflanzen angewiesen sind. Es ist daher extrem wichtig, wieder Vielfalt in unsere Gärten und auf unsere öffentlichen Flächen zu bringen. Vielfalt und vor allem heimische Pflanzen! Damit es weiter summt und brummt.