ErLebensraum

Unsere Gruppe hat Mitte 2020 eine Grünfläche zur Patenschaft übernommen. Hierauf werden wir nach und nach ökologisch wertvolle Bereiche anlegen, um Insekten, Reptilien und Vögeln neue Lebensräume, Nistmögichkeiten und Futterquellen zu bieten. Gleichzeitig wird dies diese Fläche aufwerten und dort zum Verweilen einladen. Sie soll zum „ErLebensraum“ werden, um einen Kontakt zur Natur zu ermöglichen. Gleichzeitig möchten wir Infos für alle bieten, die den Artenschutz in den eigenen Garten, Vorgarten oder den Balkon bringen wollen.

Hier gibts auch Artenporträts zu den verschiedenen Bewohnern oder Besuchern unserer Fläche.

Alle Neuigkeiten ab 2022 – auch zum Erlebensraum – gibts in unserem Blog

01.12.2021

Nachdem wir aus den Beeten ein paar Wildkräuter entfernt hatten, brachten wir zwei Info-Schilder an. Diese stammen vom Shop auf http://www.wuselarts.de und informieren über die Wichtigkeit und die Lebensweise von Wildbienen.

Bild1

Der Eichenholz-Pfosten des frei stehenden Schilds bietet zudem den Wildbienen weitere Nistmöglichkeiten.

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Die Steine, die man im Hintergrund des Schildes sieht, haben wir von der Gemeinde erhalten. Aus ihnen werden bald neue Lebensbereiche entstehen.

Bild 2Wir planen die Einrichtung einer Schmetterlingsspirale, einiger Trockenmauern und den Bau einer Kräuterspirale. Zudem werden wir einen Blühstreifen einsäen und wildbienenfreundliche Rosen pflanzen. Verbunden werden diese neuen Lebensräume durch Wege, die ebenso ökologisch wertvoll eingerichtet werden. Denn über Split freut sich nicht nur der menschliche Besucher, sondern er bietet auch vor allem Falterarten einen Nutzen.

Somit ist „Winterschlaf“ bei uns nicht angesagt, sondern wir stürzen uns schon mal in die Planung. 🙂

14.11.2021

Während wir in der Zwischenzeit die Weiterentwicklung unserer Fläche planen, steht ein Teil des Grases und weiterer Pflanzen noch. Das ist Absicht, denn gerade am Gras überwintern die Raupen verschiedener Falterarten. Dazu zählen der Schachbrettfalter, das Große Ochsenauge, der Mauerfuchs und der Kleine Heufalter. Deshalb wird empfohlen, einen Teil des Hochgrasbestandes über den Winter stehen zu lassen und nicht vor April zu mähen.
Ansonsten ist es ruhig geworden auf der Fläche. Zumindest oberhalb der Erde, denn unten geht es gerade rund.

Maulwurfhügel

Ein Maulwurf hat sich auf der Fläche eingefunden und mehrere Hügel angelegt. Die Tiere sind bei vielen Gartenbesitzern verhasst, dabei sind sie nützlich. Sie nagen nicht an Pflanzenwurzeln sondern ernähren sich von Engerlingen, Schnecken und anderen „Schädlingen“, auch von Regenwürmern. Laut BUND futtert jeder Maulwurf so bis zu 30 km pro Jahr. Im Winter fressen sie vor allem Regenwürmer. Sie durchmischen und lockern den Boden, ihre Erdhügel sind ideale Erde fürs Blumenbeet, und sie sind eine Bereicherung für den Boden. Mehr Infos dazu bietet auch der BUND für Umwelt und Naturschutz.

18.10.2021

Heute haben wir einen Teil der Fläche mit der Sense abgemäht. Zwar ist es aufwändiger als mit dem Fadenmäher. Schonender ist es allemal. Ein Heupferd, ein Federgeistchen und einige Wanzen entdeckten wir direkt beim Mähen und konnten sie in Sicherheit bringen.

Dabei haben wir auch festgestellt, dass unser Felsenahorn schöne „Früchte“ trägt. – Danke an den unbekannten Künstler. 🙂

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Bei den Wildbienen-Nisthilfen sind bereits viele Löcher verschlossen. Die senkrecht befestigten, markhaltigen Stängel wurden ebenso bereits genutzt.

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Und den Löss-Bereich haben wir nun abschließend mit ca. 2 Zentimeter tiefen Löchern (Bohrlochgröße 8) versehen, wobei wir darauf geachtet haben, dass die Löcher möglichst abgegrundet und natürlich wirken.

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24.09.2021

Wir waren wieder aktiv und haben einen Hummel-Nistkasten aufgestellt, sowie ein weiteres Beet vorbereitet. Und unserer Fotografin Vicky Dussa sind auch wieder tolle Bilder von den tierischen und pflanzlichen Bewohnern gelungen.

Übrigens habe ich mal meine Beobachtungen innerhalb der letzten 1,5 Jahre auf unserer Fläche zusammengefasst und bin doch erstaunt. Es haben sich knapp 30 Wildpflanzen eigenständig auf der Fläche angesiedelt. Und diese Liste ist bei weitem nicht vollständig. Dazu zählen z.B. Wilde Karde, Gewöhnlicher Reiherschnabel, Einjähriger Feinstrahl, Kleinköpfiger Pippau und Frühlings-Hungerblümchen. Der Pflanzenvielfalt folgten Tiere: Über dreißig konnten wir zählen, wobei darunter natürlich Besucher und Bewohner waren, Raupen genauso wie Imagos. Dazu zählen z.B. die Ameisen-Springspinne, Tagpfauenauge, Goldwespe, Stahlblauer Grillenjäger, Wespenspinne, Kleiner Heufalter, Langfühlerschrecken und Pelzbienen. Und vollständig ist diese Liste auch bei weitem nicht. Spannend wird nun sein, wie sich diese Vielfalt weiter entwickelt.

Hummeln können sich jedenfalls auch bald auf der Fläche ansiedeln. Sie sind wichtig in der Natur, aber auch sehr frühe Bestäuber von Kulturpflanzen. Sie fliegen nämlich auch dann, wenn die Honigbiene noch im Stock bleibt, weil es ihr zu kalt oder zu nass ist.

Und ein weiterer Nistkasten wird in kürze folgen, in dem der Zorro der Tierwelt einziehen kann.

Wespenspinne

Wespenspinne

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Vermessen für die weitere Planung

Weitere Planung

Messen und das neue Beet entsteht

Messen und das neue Beet entsteht

Der Hummel-Kasten wird aufgestellt

Der Hummel-Kasten wird aufgestellt

14.09.2021

Auch im September ist noch einiges los auf unserer Fläche. Hier wieder ein paar neu entdeckte Bewohner oder Gäste.

Kapuzinerkresse - Naturhotel

Das „Natur-Hotel“ blüht

Veränderliche Krabbenspinne

Und eine weibliche Veränderliche Krabbenspinne sitzt auf der Kapuzinerkresse-Blüte, um auf Beute zu warten.

Blaue Holzbiene und Veränderliche Krabbenspinne

Es krabbelt etwas unter den Blättern hervor

Zu fette Beute - die Blaue Holzbiene Blog

Das ist dann doch zu fette Beute – eine Blaue Holzbiene taucht auf.

Eventuell eine Gewöhnliche Löcherbiene

Und bei den Nisthilfen ist auch noch was los. Eventuell handelt es sich hierbei um eine Gewöhnliche Löcherbiene (Osmia truncorum), zum genaueren Bestimmen war sie aber zu schnell weg.

 

28.08.2021

Wir waren wieder an der Fläche aktiv, haben Beete und Wiese gepflegt. Dabei haben wir ein paar neue „Bewohner“ entdeckt…

Arbeit in der Wiese

Kapuzinerkresse im Paletten-Turm

Die Kapuzinerkresse wächst sogar blühend durch das Naturhotel hindurch und hinten wieder raus.

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Blüten der Goldhaar-Aster

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Schwebfliege auf Blüte

Schrecke

Gut getarnt im Beet…

Stahlblaue Mauerbiene

Wahrscheinlich das Weibchen einer Stahlblauen Mauerbiene…

Stahlblaue Mauerbiene

…und ein Blick direkt in die Kamera

Nachtfalter

Ein Nachtfalter, gehört wahrscheinlich zur Gruppe der Sichelfalter

Helle Erdummel am Ysop

Eine Helle Erdhummel sitzt am Ysop

Wurmlattich

Wurmlattich

Raupe - nicht näher bestimmt

Eine Raupe – noch nicht näher bestimmt

05.08.2021

Der regnerische Sommer sorgt dafür, dass die Wildkräuter wachsen. Daher mussten wir die Beete wieder ein wenig von ihnen befreien. Gleichzeitig stehen die Bereiche noch immer in voller Blüte. Mohn, Ringelblume, Kornblume, Kamille, Hornklee – aber auch der Edel-Gamander, die Felsen-Nelke, die Kapuzinerkresse, der Blaue Meerfenchel und wild gewachsene Blumen wie der Frauenflachs der Acker-Vogelknöterich und Taubnesseln tauchen die Fläche ein gemischtes Blütenmeer. Und bieten zugleich den vielen Insekten Nahrung, die sich auf der Fläche eingefunden haben.

10.07.2021

Heute waren wir wieder an der Fläche und haben einige Wildkräuter entfernt. Speziell die Ackerkratzdistel ist zwar ökologisch sehr wertvoll, aber wuchert eben auch extrem. Daher mussten auch einige blühende Exemplare leider raus. Das feucht-milde Wetter der letzten Wochen hat die Wildpflanzen förmlich explodieren lassen. Aber wir waren fleißig…

Arbeit 1Arbeit 2Arbeit 3Arbeit 4Arbeit 5

Natürlich haben wir uns auch umgeschaut, welche Insektenarten unterwegs sind. Und das sind verblüffend viele.

Schwebfliege, Wildbiene und Gemeiner Bienenkäfer auf einer Ackerkratzdistel

Schwebfliege, Wildbiene und Gemeiner Bienenkäfer auf einer Ackerkratzdistel

Eine Streifenwanze

Eine Streifenwanze

Auch Rosenkäfer mögen Distelblüten

Auch Rosenkäfer mögen Distelblüten

Marienkäfer

Ein Marienkäfer auf Kamilleblüten

Wespe

Eine Wespe auf Distelblüten

Noch ist die Distelblüre nicht offen. Trotzdem scheitn diese Biene sich etwas davon zu versprechen, wenn sie die Blüte bearbeitet.

Noch ist die Distelblüre nicht offen. Trotzdem scheitn diese Biene sich etwas davon zu versprechen, wenn sie die Blüte bearbeitet.

Pelzbiene am Wiesensalbei

Dies könnte eine Pelzbiene gewesen sein, die sich hier am Wiesensalbei bedient. Man beachte ihr grünlich schimmerndes Auge.

Der Kleine Heufalter ist nun auch auch unserer Fläche angekommen. Kein Wunder: Legt er doch seine Eier an verschiedenen Gräsern ab, und von denen wachsen auch einige Arten auf unserer Fläche.

Der Kleine Heufalter ist nun auch auch unserer Fläche angekommen. Kein Wunder: Legt er doch seine Eier an verschiedenen Gräsern ab, und von denen wachsen auch einige Arten auf unserer Fläche.

Löcherbiene

Es ist wahrscheinlich eine Löcherbiene, die hier ihre Niströhre verschließt. In jedem Fall gehört sie zur Gattung der Furchen- und Schmalbiene, was die kleine Furche am Hinterteil zeigt. Sie verschließt ihre Niströhre mit Harz und Holzstückchen, was auf eine Löcherbiene hinweisen könnte.

Gemeines Blutströpfchen

Das Gemeine Blutströpchen gehört zu den Tagfaltern, und hier zu den Widderchen. Als Fraßpflanze benötigt es Hornklee, von dem in unserem Staudenbeet jede Menge wächst. Seine hellgrüne, schwarz gepunktete Raupe hat einen schwarzen Kopf. Sie verpuppt sich in einem strohfabrbenen Konkon an einer Grashalmspitze. Die Chancen stehen also ganz gut, dass auf unserer Fläche bald noch mehr dieser schönen Tiere herum flattern.

Gemeines Blutströpfchen von der Seite

Gemeines Blutströpfchen von der Seite an der Distel-Blüte

Der Gemeine Bienenkäfer ist wirklich gemein - fängt er doch kleine Insekten, die sich Pollen und Nektar an den Blüten holen wollen. Außerdem sind ihre Larven Brutparasiten, schleichen sich bei solitär lebenden Wildbienen in die Niströhre ein, aber sogar in Honigbienen-Stöcke. Dort ernähren sich die Larven von Bienenbrut und verpuppen sich.

Der Gemeine Bienenkäfer ist wirklich gemein – fängt er doch kleine Insekten, die sich Pollen und Nektar an den Blüten holen wollen. Außerdem sind ihre Larven Brutparasiten, schleichen sich bei solitär lebenden Wildbienen in die Niströhre ein, aber sogar in Honigbienen-Stöcke. Dort ernähren sich die Larven von Bienenbrut und verpuppen sich.

Auch diese flinken Jäger hatten sich auf unserer Fläche niedergelassen. Bald gibt es Nachwuchs bei der Blauen Federlibelle. Das blaue Männchen und das grüne Weibchen hatten für ihr Paarungsrad auf einem ruhigen Grasblatt niedergelassen.

Auch diese flinken Jäger hatten sich auf unserer Fläche niedergelassen. Bald gibt es Nachwuchs bei der Blauen Federlibelle. Das blaue Männchen und das grüne Weibchen hatten für ihr Paarungsrad auf einem ruhigen Grasblatt niedergelassen.

Offenbar eine Wespe auf der Distelblüte

Stahlblauer Grillenjäger auf einer Distelblüte

Die Wespe in Seitenansicht

Grillenjäger in Seitenansicht

Weißling

Auch dieser Weißling hat sich an einer Blüte der Ackerkratzdistel niedergelassen. Die Blüten sind sehr beliebt, das zeigt wie wertvoll dieses vermeintliche „Unkraut“ zugleich ist.

Und hier noch eine Goldwespe im Anflug auf die Wildbienennisthilfe.

Und hier noch eine Goldwespe im Anflug auf die Wildbienennisthilfe.

02.07.2021

Die Fläche entwickelt sich sehr positiv. Die Stauden blühen, zusammen mit Wildkräutern. Johannisbeere und Stachelbeere tragen Früchte. Es summt und brummt, viele verschiedene Insektenarten lassen sich beobachten.Naturhotel mit begrüntem Dach

Steinbrech-Felsennelke und Mauerpfeffer blühen

Steinbrech-Felsennelke und Mauerpfeffer blühen auf dem Dach

Am Wiesensalbei ist immer noch was los...

Am Wiesensalbei ist immer noch was los…

Mohn, Margeriten, Kornblumen und mehr

Mohn, Margeriten, Kornblumen und mehr

Wildbienenbesuch an der Ackerkratzdistel

Wildbienenbesuch an der Ackerkratzdistel – eventuell eine Sandbiene

Garten-Wollbiene

Eine Wollbiene im Anflug – und es ist ein Männchen, erkennbar durch den Dreizack am Hinterteil. Man könnte auch die Glieder der Fühler zählen: Männchen haben 13, Weibchen nur 12. Dafür ist bei den Weibchen eine Bauchbürste erkennbar, denn nur sie sammeln Pollen. Männchen tun dies nicht. Beobachten konnte man sehr gut, wie Biene von Blüte zu Blüte patroullierte. Denn die Wollbienen-Männchen haben feste Reviere und vertreiben Konkurrenten vehement von ihren bevorzugten Blüten (Salbei und Ziest-Gewächse) Dabei fliegen sie Hummeln, Honigbienen und andere Männchen an, bis sie kurz vorm Zusammenprall stehen, und krümmen dann ihr Hinterteil nach vorne, um dne Gegner mit dem Dreizack zu erwischen. Die Wollbiene trägt übrigens ihren Namen, da sie ihre Niströhren mit Pflanzenwolle auskleidet.

Wildbiene wärmt sich

Dies könnte eine Sandbiene gewesen sein, die sich auf dem Stein am Sandarium gewärmt hat. Vielleicht nisten die Tiere dort auch bald?

Ein Weißling sitzt an einer der Disten-Blüten

Ein Weißling sitzt an einer der Disten-Blüten

Wildbiene am Steinklee

Wildbiene am Steinklee

Wahrscheinlich eine Kaiserfliege auf Kamilleblüten

Wahrscheinlich eine Kaiserfliege auf Kamilleblüten

19.06.2021

Während momentan auf öffentlichen Flächen mitten in der Blüte Wildbumen bodengleich abgemäht werden, wächst auf unserer Grünpatenschaftsfläche weiterhin die Blütenpracht. Die meisten Blüten stammen übrigens direkt aus der Natur, wurden nicht ausgesät. Wenn man sich zum Vergleich anschaut, wie die Fläche im letzten Jahr im Sommer aussah, zeigt sich deutlich, wie wertvoll es sein kann, sorgsam und vor allem schonend nach einem Konzept zu mähen.

Ursprungsfläche im letzten Jahr

Ursprungsfläche im letzten Jahr

Die Fläche im Juni 2021

Die Fläche im Juni 2021 Man sieht hier auch viele Ackerkratzdisteln. Diese werden ein wahres Blütenmeer bilden und somit zum Paradies für Wildbienen, Falter und andere Insekten. Wie ökologisch wertvoll Disteln sind zeigt sich schon an den Bezeichnungen verschiedener Tierarten: Der Distelfalter nutzt die Blüten, Eier legt er an Spitzwegerich, Brennnesseln und Malven ab ; Der Distelfink (Stieglitz) ist vor allem auf die Samen der Disteln angewiesen.

Wiese

Mohn

Öl-Rauke

Die Öl-Rauke ist ein Neophyt und hat sich angesiedelt. Sie ist nützlich für Falter und verschiedene Wildbienenarten.

Gundermann

Heimisch ist der Gundermann, der als Frühblüher nicht nur nützlich für Hummeln und bestimmte Wildbienen ist. Er ist auch noch essbar und gilt als Heilpflanze.

Bald blüht die Wilde Karde - sie wächst auf der Fläche wild und bietet Wildbienen Nektar und Pollen. Aber auch Falter und Fliegen nutzen sie. Die Karden-Sonneneule - ein tag- und nachtaktiver Eulenfalter - legt z.B. seine Eier auf die Karde. Somit sind seine Raupen auch auf diese Pflanzenart angewiesen. Karden standen auch auf der anderen Seite des Fuß- und Radweges. Sie wurden vor kurzem abgemäht.

Bald blüht die Wilde Karde – sie wächst auf der Fläche wild und bietet Wildbienen Nektar und Pollen. Aber auch Falter und Fliegen nutzen sie. Die Karden-Sonneneule – ein tag- und nachtaktiver Eulenfalter – legt z.B. seine Eier auf die Karde. Somit sind seine Raupen auch auf diese Pflanzenart angewiesen. Karden standen auch auf der anderen Seite des Fuß- und Radweges. Sie wurden vor kurzem abgemäht.

So viel Natur zieht also viele tierische Bewohner nach sich. Man sagt, von einer heimischen Pflanze stehen zehn heimische Tierarten in direkter Abhängigkeit.

Schwebfliege auf Spitzwegerich

Schwebfliege auf Spitzwegerich Beim Mähen lassen wir Blühpflanzen wie den Mohn, den Spitzwegerich, Reiherschnabel, Disteln und mehr außen vor, damit sie mit ihrer Blütenpracht nicht nur menschliche sondern vor allem auch tierische Besucher erfreuen können. So wie diese Schwebfliege. Die Tiere nutzen übrigens Mimikri – eine Verhaltensweise, mit denen sie die Gefährlichkeit einer anderen Art nachahmen. Eindeutig wirken die gelben Streifen wespenartig. Doch stechen kann die Schwebfliege nicht. Sie nutzt übrigens auch uns allen in Garten und Landwirtschaft. Denn während die erwachsenen Tiere sich von Nektar und Pollen ernähren, sind ihre Larven Blattlaus-Jäger

Die Technik des Mimikri nutzt auch dieser Besucher. Er war leider etwas zu schnell für die Kamera. Was auf den ersten Blick nach einer Ameise aussieht, entpuppt sich auf den zweiten Blick als Spinne. Nicht umsonst heißt diese Art auch Ameisenspringspinne. Sie ahmt das Aussehen von Ameisen nach, da es deutlicher Ameisen- als Spinnenjäger gibt.

Die Technik des Mimikri nutzt auch dieser Besucher. Er war leider etwas zu schnell für die Kamera. Was auf den ersten Blick nach einer Ameise aussieht, entpuppt sich auf den zweiten Blick als Spinne. Nicht umsonst heißt diese Art auch Ameisenspringspinne. Sie ahmt das Aussehen von Ameisen nach, da es deutlicher Ameisen- als Spinnenjäger gibt.

Käfer auf Distelblüte

Und auch diese Käfer auf den Distelblüten zeigen, dass tierische Vielfalt immer mit pflanzlicher Vielfalt zusammenhängt.

08.06.2021

Die ersten Bereiche wurden nun von einem Mitglied unserer Gruppe abgemäht, der mit der Sense umgehen kann. Wir entfernen jedoch den Bewuchs nach und nach, sodass sich die Insekten besser anpassen können und weiterhin genügend Futterpflanzen finden. – Sowohl die ausgewachsenen Tiere als auch Larven und Raupen.
Inzwischen blüht die Fläche immer mehr auf.

Hier ein paar Bilder, eingefangen von Vicky Dussa…

Glockenblumen

Glockenblumen

Hornklee

Hornklee

Seifenkraut

Kleines Seifenkraut

Mohn

Mohn

31.05.2021

Ein Blick auf die Fläche offenbart: Es wächst sehr vieles auf natürlichem Weg. Riesige Mohn-Pflanzen stehen kurz vor der Blüte, überall blühen Wiesen-Margeriten, Löwenzahnblüten wachsen ebenso wie einige Nachzügler des Reiherschnabels. Die Wilde Karte wächst in die Höhe und wird bald blühen, zusammen mit den Disteln. Allmählich wird es jedoch auch auch Zeit, die Fläche teilweise zu mähen, da der Grasbewuchs inzwischen über 50 Zentimeter hoch ist. Das ist für die nächste Woche per Sense geplant.
Dass Blütenvielfalt wichtig ist für Insektenvielfalt ist, zeigt die Tatsache, dass von einer heimischen Pflanze etwa zehn verschiedene Tierarten abhängig sind.
Und dass die Samenmischung aus dem Baumarkt nicht die beste Wahl ist, wird beim Blick auf die Lebensweise von Wildbienen klar: Viele Wildbienenarten sind auf bestimmte Blütenpflanzen spezialisiert. Dazu zählt beispielsweise die Zaunrüben-Sandbiene. Sie kann nur dort leben, wo auch die Pflanze existiert. Manche hängen sogar nicht nur von den Blüten ab, sondern von den Blättern der Pflanze. Die Weißfleckige Wollbiene schabt beispielsweise die wollige Behaarung von Königskerzen ab und baut mit ihnen ihre Nistgänge aus. Solche seltenere Vertreter der Wildbienen haben wir auf der Fläche noch nicht entdeckt. Dafür erkennt man deutlich, dass sich die Vielfalt erhöht. Welche Arten genau auftauchen, werden wir im Nachhinein noch dokumentieren. Ein Mitglied unserer Gruppe macht zur Zeit eine Weiterbildung zum Wildbienenbotschafter des BUND.

Wiesensalbei als Insekten-Magnet

Wiesensalbei als Insekten-Magnet

Besucher am Birkenstamm

Besucher am Birkenstamm

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Niströhre gefunden

Niströhre gefunden

Am Steinklee: Keine Wildbiene, sondern ein Vertreter der Schwebfliegen

Auch am Hornklee summt es

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Auch Parasiten finden sich ein

Auch Parasiten finden sich ein…

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... auch diesen kleinen Vertreter aus der Familie der Wildbienen

… auch diesen kleinen Vertreter aus der Familie der Wildbienen

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Eine Wildbiene auf den Blüten des Hirtentäschelkrauts, mitten in der Wiese.

Eine Wildbiene auf den Blüten des Hirtentäschelkrauts, mitten in der Wiese.

Käfer

Auch Käfer fühlen sich auf den Blüten der Wildkräuter wohl

Mohnblüte

Wild gekeimter und nun blühender Mohn

Kornblumenblüte

Auch Kornblumen sind wahre Insekten-Magnete

Staudenbeet

Im Staudenbeet mischen sich gepflanzte Wildstauden und Wildkräuter zu einer bunten Mischung. Ein bisschen muss man natürlich eingreifen, damit die Wildstauden genug Platz und Licht bekommen.

Blick aufs Naturhotel

Und hier noch ein Blick aufs Naturhotel – links im Hintergrund sieht man die riesigen, kräftigen Mohnpflanzen.

Und zum Thema „Gras“ und „Mähen“
Dieser schöne Schmetterling…

Falter

Ist ein Kleiner Heufalter. Seine Raupen benötigen als Fraßpflanze bestimmte Gräser. Mäht man sie ab, zerstört man auch seine Eier, seine Raupen und somit seine Existenz! Daher: Es gilt das Große Ganze zu bewahren, und das ist nicht möglich durch eine Saatgutmischung exotischer Blühpflanzen, die allenfalls Honigbienen nutzen.

11.05.2021

Heute regnete es, aber wir haben trotzdem ein paar Wildkräuter aus dem Staudenbeet entfernt, damit sich die Pflanzen dort noch besser entwickeln können.
Auf der Wildwiese, die wir bis Mitte Juni frei wachsen lassen möchten, zeigt die Natur ihr ganzes Potential. Wenn man etwas genauer hinschaut findet man tierische und pflanzliche Bewohner.

Wilde Wiese

Wilde Wiese mit Hirtentäschelkraut, Gewöhnlichem Reiherschnabel und mehr

Gewöhnlicher Reiherschnabel

Gewöhnlicher Reiherschnabel – er fällt unter den Begriff „Unkraut“ und wäre bereits abgemäht. – Noch bevor er als wichtige Nektarquelle dienen kann.

Milchstern

Von uns geplfanzter Milchstern – auch er ist wichtig für Insekten

Mohn

Wild wachsender Mohn hinter der Bank. Doch auf der Fläche wachsen gerade viele weitere Mohnpflanzen in die Höhe und werden bald ihre Blüten öffnen.

Eine Langfühlerschrecke

Eine Langfühlerschrecke

Spinne

Diese Spinne webt ihr Netz inmitten von „Unkraut“

Schnittlauch auf dem begrünten Dach

Auf dem begrünten Dach treibt der Schnittlauch eine erste Blüte. Lauch-Blüten sind sehr wichtig für verschiedene Insekten.

Felsenfetthenne

Daneben sitzt die Felsenfetthenne und blüht noch nicht. Doch sie sieht trotzdem schön aus.

Wilde Karde

Was so unscheinbar mitten auf der wilden Wiese wächst, ist tatsächlich eine enorm wichtige Pflanze für verschiedene Insekten. Man könnte annehmen, es wäre eine der so verhassten (und gleichzeitig ökologisch extrem wertvollen) Disteln. Doch tatsächlich ist es die „Wilde Karde“.

28.04.2021

Zwar lässt die Pandemie-Situation bisher noch nicht zu, dass wir mit unserem geplanten Labyrinth weiterkommen. Doch zum Glück lässt sich auch die Natur davon nicht beeinflussen.

Wildbienenbesuch auf Hirtentäschelkraut

Gewöhnliches Geiskraut

Gewöhnliches Geiskraut

Auch Käfer stehen auf Wiese

Auch Käfer stehen auf Wiese

Naturhotel, Trockenmauer und Sandarium

Naturhotel, Trockenmauer und Sandarium

Biene im Anflug

Biene im Anflug

Auch die Springspinne mag die Wärme und Trockenheit im Naturhotel

Auch die Springspinne mag die Wärme und Trockenheit im Naturhotel

27.02.2021

Heute konnten wir endlich wieder etwas pflanzen – natürlich alles unter den entsprechenden Sicherheitsbedingungen während der Pandemie.

Wir pflanzten eine Kornelkirsche, die bereits erste Blüten hat. Außerdem fanden zwei Berg-Johannisbeeren sowie eine Wilde Johannisbeere ihren Platz auf der Fläche. Alle drei Gehölzarten sind gut für Insekten, aber auch für Vögel. Und man kann die Beeren auch selbst essen.

Kornelkirsche

Kornelkirsche

Der Boden wird vorbereitet

Der Boden wird für die beiden Johannisbeeren vorbereitet

Berg-Johannisbeere

Um das Hochwachsen der Wurzelunkräuter fürs erste zu unterbinden haben wir Karton eingesetzt. Die Johannisbeeren erreichen eine Höhe von etwa 1,20m. So lange werden Ackerkratzdisteln & Co. vom Karton aufgehalten. Nach und nach zersetzt sich dieser und ergibt dann auch noch wertvollen Dünger. Und er hält längere Zeit die Erde feucht. – Eine nachhaltige Möglichkeit Karton weiter zu verwenden.

Gegossen wird natürlich auch

Gegossen wird natürlich auch

Neben den Pflanzungen auf unserer Fläche haben wir einen Weg aus Holzhackschnitzeln angelegt. Doch dieses Material dient nicht nur dem angenehmeren Gehen. In ihm entwickeln sich auch sehr gerne Käferlarven – auch evtl. von seltenen Tieren, wie dem Hirschkäfer.

Hackschnitzel-Weg

Der Hackschnitzel-Weg. – Garantiert alles vegan. 😉

Naturhotel

Außerdem haben wir unser Naturhotel weiter mit Nisthilfen bestückt – u.a. mit Hölzern, zwei schönen Häuschen, aber auch mit einer selbst gebauten Löss-Nisthilfe. Außerdem gibt es nun eine kleine Schublade, mit der man sehen kann, wie die Bienen eigentlich ihre Niströhren bestücken.

Neue Nisthilfen

Bunte neue Nisthilfen. Unt unten erkennt man die Schublade, mit der man einen spannenden Einblick ins Leben der Tiere gewinnen kann. Die Schublade ist verschlossen und wird nur von uns geöffnet. Sie wurde so konzipiert, dass sich kein Kondenswasser bildet. Denn Feuchtigkeit ist der Tod der Bienenbrut.

Lösswand-Nisthilfe

Der Eimer mit dem Lehm dient bestimmten Wildbienenarten als Nistmöglichkeit. Lehm und Sand, im Mischungsverhältnis von etwa 1:8, ergibt diese Masse. Wichtig ist bei der Herstellung, dass der Lehm nicht zu hart sein darf, da die Tiere ihre Gänge selbst graben. Er darf aber auch nicht zu sandig sein, da er ansonsten einfach zerbröselt. Ideal ist die Kratzprobe mit dem Fingernagel, sobald der Lehm getrocknet ist. Lässt er sich mit dem Nagel abschaben, ist die Härte richtig. Die Lösung mit dem Eimer ist zudem eine Art von Upcycling.

Es beginnt zu blühen

Und nun kann der Frühling kommen – und das große Summen beginnen.

09.12.2020

In diesem Jahr musste trotz Corona-Pandemie noch ein bestellter Felsen-Ahorn in die Erde. Da es im Frühjahr wahrscheinlich wieder zu trocken wird, hatten wir uns entschlossen im Spätherbst noch diesen Baum zu pflanzen. Diese Art hat sehr viele Vorteile: Sie wächst langsam, wird nicht zu breit, max. 10m hoch. Felsen-Ahorn kommt mit Trockenheit sehr gut klar, was auf unserer Fläche auch nötig ist.
Vor allem aber ist diese Ahorn-Art durch ihre reichhaltige Blüte im Frühjahr bei Insekten sehr beliebt.
Die Corona-Regeln haben uns bei der Pflanzung vor eine Herausforderung gestellt. Doch wir haben die Arbeiten entsprechend aufgeteilt, sowie große Abstände eingehalten, sodass die geltenden Regeln natürlich eingehalten wurden.

Felsen-Ahorn

Das ist der Baum, etwa 4m hoch

Die Grabung

Etappenweise hoben wir das Erdloch aus. Der Boden war sehr fest, aber am Ende klappte es…

Auch gepflanzt wurde in Etappen.

Auch gepflanzt wurde in Etappen.

Die letzten Feinarbeiten - wir gaben 200 Prozent... :-)

Die letzten Feinarbeiten – wir gaben 200 Prozent… 🙂

Noch kräftig gewässert, dann kann der Baum wachsen und hoffentlich auch bald den Sitzbereich beschatten.

Noch kräftig gewässert, dann kann der Baum wachsen und hoffentlich auch bald den Sitzbereich beschatten.

20.11.2020

Nun warten wir auf das nächste Frühjahr, in dem hoffentlich alles aufblüht, summt und zwitschert.
In der Zwischenzeit gibt es noch ein schönes Bild von der Arbeit auf der Fläche. Danke an die kleine Künstlerin, die es richtig toll eingefangen hat.

Auf der Grünpatenschaftsfläche...

Auf der Grünpatenschaftsfläche…

28.10.2020

In der Zwischenzeit haben wir den Boden vorbereitet sowie weitere Nisthölzer installiert.

2345Auch einen Totholzbereich haben wir eingerichtet. Dazu haben wir zunächst eine Grube von 50 cm Tiefe und etwa 1 m Durchmesser ausgehoben. Diese haben wir dann mit Holzhackschnitzeln befüllt. Auf die Füllung haben wir einige bereits morsche Hölzer gelegt. und dann damit begonnen, Stämme und Äste verschiedener Arten in unterschiedlichen Richtungen (vertikal, horizontal, diagonal) auszurichten. Manche haben wir in der Erde eingegraben andere in die Hackschnitzel.

Grube mit den Holzhackschnitzeln

Grube mit den Holzhackschnitzeln

Hier sieht man den Totholzstapel

Hier sieht man den Totholzstapel

Totholz ist ein Motor des Lebens, tausende Arten hängen direkt oder indirekt in ihrer Existienz vom Totholz ab. In ihnen legen Käfer und andere Insekten ihre Eier ab, die Fraßgänge ihrer Larven nutzen dann Wildbienen. Pilze, Flechten, Moose, aber auch Eidechsen und Blindschleichen nutzen solche Bereiche als Lebensraum.

Dann ging es an die Pflanzung der verschiedenen Stauden, Sträucher und Zwiebelblumen. Folgende Arten haben einen Platz auf unserer Fläche gefunden:

Schnitt-Lauch
Goldhaar-Aster
Weidenblättr. Ochsenauge
Dalmatiner-Glockenblume,
Rundblättrige
Skabiosen-Flockenblume
Krokus
Wintergrüner Liguster
Gewöhnl. Hornklee
Traubenhyazinthe
Steinbrech-Felsennelke
Frühlings-Fingerkraut
Großblütige Braunelle
Wiesen-Salbei
Kleines Seifenkraut, Rotes
Weißer Mauerpfeffer,
Meergrüner Berg-Fenchel
Edel-Gamander
Frühblühender Thymian
Milchstern
Stachelbeere

Auch das Dach des Natur-Hotels wurde begrünt…

Steinbrech-Felsennelke, Weißer Mauerpfeffer und Schnittlauch fanden ihren Platz in speziellem Dach-Substrat

Steinbrech-Felsennelke, Weißer Mauerpfeffer und Schnittlauch fanden ihren Platz in speziellem Dach-Substrat

Meergrüner Bergfenchel und die Skabiosenflockenblume bekamen einen Platz am Rand der Hecke, da sie höher werden, die anderen Pflanzen wurden mit ausreichendem Abstand zueinander verteilt.

Meergrüner Bergfenchel und die Skabiosenflockenblume bekamen einen Platz am Rand der Hecke, da sie höher werden, die anderen Pflanzen wurden mit ausreichendem Abstand zueinander verteilt.

Hier wächst bald eine Stachelbeere

Hier wächst bald eine Stachelbeere

Innerhalb der Trockenmauer sitzt im Vordergrund Thymian, im Hintergrund u.a. der Wiesen-Salbei

Innerhalb der Trockenmauer sitzt im Vordergrund Thymian, im Hintergrund u.a. der Wiesen-Salbei

Im Vordergrund die Großblütige Braunelle, im Bereich der Staudenpflanzung haben wir zudem Frühblüher (Krokus, Traubenhyanzinthe und Milchstern) eingepflanzt.

Im Vordergrund die Großblütige Braunelle, im Bereich der Staudenpflanzung haben wir zudem Frühblüher (Krokus, Traubenhyanzinthe und Milchstern) eingepflanzt.

Nun planen wir noch die Bepflanzung am Sitzbereich. Ein Baum soll den Sitzbereich beschatten und gleichzeitig einen hohen ökologischen Nutzen haben. Außerdem sollen hier einige Beerensträucher bzw. Wildobsthecken einen Platz finden.

10.09.2020

Heute haben wir die ersten Nisthölzer installiert. Außerdem bekamen die Paletten einen umweltfreundlichen Anstrich, das Dach wurde grün. Wir haben teilweise einen Bereich mit Tannenzapfen eingerichtet, wo Insekten Unterschlupf finden und überwintern können. Außerdem bauten wir noch die Mauer fürs Sandarium auf, befüllten dieses mit Sand. Demnächst werden sowohl die Trockenmauer als auch das Sandarium komplett befüllt. Dabei ist die Trockenmauer in zwei Bereiche eingeteilt: Im vorderen haben wir Sand, Hohlräume und dunkle Steine eingebracht. Diese erhitzen sitz schneller, was Eidechsen als wechselwarme Tiere natürlich mögen. Im hinteren Bereich werden wir Erde einbringen und diesen Bereich auch mit ökologisch wertvollen Blumen bepflanzen. Das Sandarium wird mit Sand befüllt, erhält aber auch Steine und einzelne Hölzer. Bepflanzt wird hier wenig bis gar nicht, denn es soll vor allem ein Refugium für die Eidechsen sein, aber auch eine Nistmöglichkeit für spezialisierte Wildbienen. Hier ein paar Bilder…

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Die Nisthölzer finden ihren Platz

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Der Schutzanstrich

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Und das grüne Dach

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Das Sandarium entsteht…

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wird mit Sand befüllt…

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und weiter aufgeschichtet.

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So sieht es nun aus.

05.09.2020
Nachdem wir das Grundgerüst fürs Natur-Hotel installiert hatten, bekam es heute noch ein Dach. Das wurde ebenso aus Paletten gefertigt und mit einem Stück Teichfolie ausgekleidet. Schließlich soll das Dach ja demnächst noch begrünt werden. Der Balken zwischen Dach und Palettenstapel sagt schön bunt und künstlerisch aus, was hier entsteht.

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Dann ging es weiter, denn wir hatten uns den Bau der Trockenmauer vorgenommen. Das war zunächst eine größere Herausforderung, da das Gelände etwas abschüssig ist und wir dazu den Untergrund begradigen und verdichten mussten. Und dann ging es Stein für Stein dem Ziel entgegen.

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Wir achteten darauf, dass die Steine entsprechend stabil lagen und wir Kreuzfugen vermieden. Schließlich hatte die Mauer eine gewisse Höhe erreicht und musste mit Erde befüllt werden.

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Die restlichen Steine wurden noch aufgeschichtet und bald entstand die fertige Mauer.

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Im vorderen Innenbereich der Mauer haben wir aus Steinen Hohlräume geschaffen, befüllt mit etwas Sand. Hier können sich dann Eidechsen und andere Bewohner der Trockenmauer aufhalten.
Der hintere Innenbereich wird mit Erde aufgefüllt und bepflanzt. Auch die Mauerfugen erhalten eine Bepflanzung.

22.08.2020
Heute ging es los. Nach einer regnerischen Nacht folgte ein bewölkter Tag. – Gerade richtig, um mit der schweißtreibenden Arbeit zu starten.
Zuerst hoben wir eine etwa 20 Zentimeter tiefe Grube aus, auf einer Breite von etwas mehr als einem Meter, und einer Länge von mehr als 2,50m.
Dann befüllten wir diese mit einem ganzen Anhänger voll Schotter, stampften ihn fest, legten ein Unkrautvlies über die Fläche. Und dann installierten wir das Grundgerüst fürs Insektenhotel. In Bildern sah das dann so aus.

Ganz schön viel Schotter...

Ganz schön viel Schotter…

Dann ging es an die Installation des Palettenturms.

Dann ging es an die Installation des Palettenturms.

Dann wurde noch das Unkrautvlies abgedeckt. Hier entsteht in kürze die Trockenmauer mit Sandarium und Steingartenbereich.

Nun wurde noch das Unkrautvlies abgedeckt. Vor dem Palettenstapel entsteht in kürze die Trockenmauer mit Sandarium und Steingartenbereich.

Wir waren schnell fertig, und hatten auch viel Spaß dabei.

Wir kamen verblüffend schnell voran, und hatten auch viel Spaß.

Halbhöhlenbrüter-Nistkasten

Die Kästen für Igel und Rotkehlchen wurden bereits installiert. Jetzt fehlt nur noch das begrünte Dach, und natürlich die Hölzer und Lehm-Nisthilfen für Wildibenen.

Honigbiene auf Distel

Die Ackerkratzdistel ist ein guter Nektarspender, nicht nur für Honigbienen. Bald werden die ersten Wildbienen ins Hotel einziehen. Anders als ihre Staaten bildenden, domestizierten Kollegen fliegen die Wildbienen beim Futtersammeln nur 200 bis 300 Meter im Umkreis um die Niströhre. Daher folgen mit der Trockenmauer Anfang September auch viele bienenfreundliche Stauden und Zwiebeln im Herbst. Damit es im Frühjahr blüht und summt…

15.08.2020
Leider wurde der Start unserer Arbeiten an der Fläche verzögert. Nun können wir jedoch zumindest auf einem Teilbereich loslegen. Die ersten Vorbereitungen am „Wilden Hotel“ sind abgeschlossen, Igel-Unterschlupf mit Marderschutz (hier gibts einen Bauplan) und Halbhöhlen-Nistkasten sind bereits integriert. Wobei der Nistkasten, der u.a. dem Rotkehlchen eine Nistmöglichkeit bietet, noch weiter oben platziert wird.

Wildhotel mit Igel-Unterschlupf und Nistkasten für Halbhöhlenbrüter

Die einzelnen Fächer der Paletten werden rundherum zudem mit Hölzern und Lehm als Nistmöglichkeiten für Wildbienen bestückt. Das Hotel erhält ein begrüntes Dach und noch einen weiteren Nistkasten. Wir haben darauf geachtet, möglichst viel Upcycling zu betreiben. Das zeigt mal wieder, dass Naturschutz nicht teuer sein muss, und teure Naturschutzprodukte sind nicht zwangsläufig besser als die selbst gemachten. Upcycling ist zudem oftmals die nachhaltigste Variante.
Die Arbeiten vor Ort sind für nächstes Wochenende geplant. Steht das Hotel, geht es weiter mit der Trockenmauer.

27.06.2020
Die Fläche wurde letzte Woche leider durch die Gemeinde abgemäht. Dies ist dem Zeitplan des Bauhofs geschuldet und soll hier keinesfalls als Vorwurf verstanden werden. Trotzdem wurden nun leider alle wild gewachsenen Blühpflanzen (Mohn, Disteln, Kamille, Färberwau,…) während der Blüte abgemäht.
Unser Ziel ist es daher, die Fläche ab dem nächsten Jahr selbst zu mähen. Dies würde einerseits den Bauhof entlasten, andererseits würde es uns ermöglichen Blühpflanzen zu verschonen und somit den ökologischen Nutzen der Fläche kostenlos zu steigern. Wie sinnvoll es sein kann weniger zu mähen, zeigt gerade die Corona-Krise. In Irland wurde u.a. eine Grünfläche über viele Wochen nicht gemäht. Resultat: Auf der Fläche wuchs plötzlich Bienen-Ragwurz, eine auch in Deutschland heimische Wildorchideenart. Die Natur hat das Potential sich zu erholen und sich wieder auszubreiten. Wir müssen ihr nur die Möglichkeiten dazu bieten.

20.06.2020
Nachdem wir uns mit dem Umwelt- und Artenschutzbeauftragten unserer Gemeinde vor Ort beraten und  geplant haben kann das Projekt starten.
Als erstes werden wir auf einem Teilbereich der Fläche ein Insektenhotel aus Paletten anlegen, das zugleich Unterschlupf für Eidechsen, Igel, aber auch Brutstätte für Rotkehlchen und Zaunkönig werden soll. Das Dach wird mit einer wasserfesten Platte versehen, auf der wir ein begrüntes Dach anlegen werden.
An dieses etwa 1,20 m hohe Hotel werden zwei Trockenmauern angrenzen, die über Hohlräume für Reptilien verfügen. Die Befplanzung werden wir mit einheimischen und insektenfreundlichen Blumen vornehmen. Außerdem richten wir im Bereich der Trockenmauer noch ein Sandarium – also ein Sandbeet mit Totholzstücken und geringer Bepflanzung ein. Dieses dient bestimmten Wildbienen- und Wespenarten als Nistplatz, Eidechsen und Blindschleichen wird es ebenso magisch anziehen.
Zur Inspiration und Information werden wir uns mit den Initiatoren des Naturschaugartens Lindenmühle in Mainz treffen und uns vor Ort umschauen.
Naturschaugarten Lindenmühle

Die Fläche bietet Potential, wie der Bewuchs momentan zeigt: Färberwau, Kamille, verschiedene Diestel-Sorten, Mohn, Wiesenmargeriten und weitere Wildblumen sind bereits vorhanden.

Die Ursprungs-Fläche

Die Ursprungsfläche – im Bereich zwischen Sitzgruppe und Hecken wird das Insektenhotel mitsamt Trockenmauer entstehen.

Färber-Wau

Färber-Wau, früher zum Färben verwendet ist er heute vor allem eines: Eine gute Nektarquelle für Insekten

Distel

Disteln sind eine gute Nektarquelle für Insekten, Fraßpflanze für Schmetterlingsraupen und ihre Samel Futterquelle u.a. für den Distelfink. Hier ein interessanter Artikel des BUND für Umwelt und Naturschutz