Bewohner im Porträt

Hier gibts nach und nach Interessantes rund um die Bewohner unserer Patenschaftsfläche

Goldwespe

Goldwespe

Goldwespe von Vicky Dussa

Goldwespen sind Brut-Parasiten. Sie legen ihre Eier u.a. in die Brutröhren von Wildbienen. Dort töten die Larven der schillernden Wespen entweder die Larve der Biene, um sich vom Brutvorrat zu nähren. Oder aber die Wespenlarve ernährt sich an der Altlarve und Puppe der befallenen Wildbienenart.
Viele dieser parasitär lebenden Wespen oder auch die Kuckucksbienen haben sich auf einen bestimmten Wirt festgelegt. Dadurch kann man aus dem Auftreten des Schmarotzers auch auf die Anwesenheit der jeweiligen Art schließen, auf die er sich spezialisiert hat.

Was nun schlimm und bekämpfenswert klingt, ist in Wirklichkeit nur Teil der Natur. Ein Spieler hat einen Gegenspieler – dieses Prinzip funktioniert bereits seit Jahrmillionen. Es ist Teil eines ausgeklügelten Systems der Natur, in das der Mensch besser nicht eingreifen sollte. Daher sind auch diese Goldwespen bei uns grundsätzlich Willkommen.

Wollschweber

Wollschweber

Die Tiere gehören zur Gruppe der Fliegen und sind wie die Schwebfliegen sehr schnell und wendig. Sie fliegen oft auf der Stelle, ernähren sich von Nektar verschiedener Pflanzen. Ihre Larven leben parasitär an anderen Insekten oder deren Larven. Je nach Art werden auch Wildbienen als Wirt genutzt.

In Deutschland gibt 34 Arten dieser Gruppe, weltweit etwa 6.000.

Ein Artenporträt mit vielen interessanten Hintergrundinfos gibts auch vom NABU.

Schmal- und Furchenbiene

Schmalbiene

Eine genaue Bestimmung der Art ist schwierig, da es zahlreiche sehr ähnliche Arten gibt. Jedoch könnte es sich hierbei um eine Acker-Schmalbiene handeln.

Sie gehört zu den sozialen Arten. Die Königin baut bereits im zeitigen Frühjahr einen Nestgang mit Brutzellen in die Erde, legt dort Nahrung und Eier ab. Dann verschließt sie das Nest von innen und wartet, bis die bis zu 25 Arbeiterinnen geschlüpft sind. Diese öffnen wieder die Niströhre und übernehmen bald die Aufgaben des Nesbaus und der Brutpflege. Auch Wächterbienen werden eingesetzt, die in den angelgten, kaminartigen Eingängen Eindringlinge abwehren.
Die Tiere benötigen schwach bewachsene Stellen, die aus festem, lehmigen Boden bestehen.

Körperlänge
Weibliche wie männliche Tiere: 5-6 mm

Aktivität März bis September

 

Die Gehörnte Mauerbiene

Gehörnte Mauerbiene

Der erste Bewohner des Naturhotels

Sie ist eine der ersten Wildbienen im Jahr, und zugleich eine der ersten Besiedler eines Insektenhotels.
Man erkennt sie an der schwarzen Behaarung, wobei Hinterleib und Bauch farblich ans Fell eines Fuchses erinnert. Die Weibchen verfügen über zwei Hörner vorne am Kopf.

Körperlängen
Weibchen: 12-15 mm
Männchen: 9-12 mm

Aktivität: Februar bis Juni

Sie nisten vorwiegend in längeren Röhren von 8-10 mm Durchmesser.
Daher bevorzugen sie Bambus, Holunderäste und Bohrlöcher in Hölzern. Aber sie sind gute Baumeister und können sich sehr gut unförmigen Hohlräumen anpassen.

Die Eiablage erfolgt in mehreren Zellen hintereinander, die jeweils mit Pollenbrot bestückt und durch Lehmpropfen voneinander getrennt werden.
Die Männchen schlüpfen 10-14 Tage vor den Weibchen, deshalb befinden sich ihre Zellen nahe der Niströhrenöffnung. Die Männchen erwarten vor der Niströhre oft schon die schlüpfenden Weibchen, und dort findet dann auch direkt die Paarung statt.

Und hier der Schlupf einer Gehörnten Mauerbiene im Video