Geöffneter Nistkasten mit Nest

Vögel in „Wohnungsnot“

Heute gab es u.a. bei der Süddeutschen Zeitung einen kleinen Bericht über unsere Nistkästen an der Bodenheimer Kapelle Maria Oberndorf und die Naturschutzarbeit zu lesen.

Allgemein wird zudem die „Wohnungsnot“ unserer heimischen Vogelwelt thematisiert. Denn mit jedem alten Baum verschwinden auch seine Höhlen, und somit verschwindet die Habitat-Funktion. Da kann man noch so viele neue kleine Bäume pflanzen: Einen alten mit all seinen kleinen Lebensräumen, Höhlen und Nischen kann keiner in absehbarer Zeit ersetzen. Und genauso wie der alte Baum wird er sich ohnehin nie entwickeln.

Es gilt der Spruch: Zu fällen einen schönen Baum, brauchts eine halbe Stunde kaum. Zu wachsen bis man ihn bewundert braucht er, bedenk es, ein Jahrhundert. (Eugen Roth)

In alten Bäumen finden sich Specht-Höhlen, in die natürlicherweise nicht nur Fledermäuse ziehen, sondern auch Meisen und andere Höhlenbrüter. Amseln und viele weitere Vögel sind auf Hecken angewiesen, in denen sie ihre Nester bauen. Und Vögel wie z.B. der Rotschwanz nutzen Nischen an Gebäuden. Da immer mehr alte Bäume verschwinden, zusammen mit Hecken und – energetisch saniert – auch Nischen an Häusern, hat unsere Vogelwelt ein großes Problem.

Die sinnvollste Lösung wäre der Erhalt von alten Bäumen und Hecken. Aber das ist leider Wunschdenken. Um die Vögel dennoch zu schützen, lassen sich jedoch auch unterschiedliche künstliche Nisthilfen anbringen.

Wichtig ist, geeignete Produkte zu kaufen. So sind bunt bemalte Häuschen aus dünnem Holz zwar ganz schön anzusehen, aber ökologisch gesehen ein absoluter Flop. Das Holz eines Nistkastens sollte etwa 1,5 – 2 cm dick sein. Wenn er lackiert ist, dann nur außen und nur mit geeigneten Mitteln. Am besten eignet sich Leinöl, um ihn wetterfest zu machen. Bei den Innenmaßen sollte man auf die geeignete Größe achten. Die Verarbeitung sollte sauber sein, keine Spalten vorhanden, die Zugluft durchlassen. Der Boden sollte Löcher zum Ablauf enthalten. Und am besten eine seitliche Klappe zum einfachen Öffnen und Säubern vorhanden sein. Vieles ist auf dem Markt, das dem Verkäufer nutzt, nicht aber der Vogelwelt.

Man sollte daher den richtigen Anbieter wählen. www.vivara.de wird z.B. vom Nabu und vom LVB empfohlen.

Natürlich kann man auch selbst Nistkästen bauen. Der Nabu hat hier einige Baupläne parat: https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/voegel/helfen/nistkaesten/index.html

Beim Anbringen gilt zu beachten: Je nach Vogelart sollten es schon 2 Meter Höhe sein, Höhlen werden in Bäumen angebracht, Nischenkästen können auch dort einen Platz finden, oder aber an einer Hauswand. Weiterhin ist wichtig:

  • Ausrichtung des Fluglochs nach Süden, Osten oder Südosten
  • Der Kasten sollte gerade oder eher ganz leicht nach vorne geneigt angebracht werden, nie nach hinten geneigt
  • Er sollte nie in der prallen Sonne angebracht werden, eher im Halbschatten oder Schatten
  • Er sollte so befestigt werden, dass es Katzen und andere Raubtiere schwer haben, ans Ausflugloch zu gelangen
  • Nach oben hin sollten Äste des Baums (oder ein Dachvorsprung am Gebäude) einen Anflug von Greifvögeln verhindern und auch den direkten Blick auf den Nistkasten nicht zulassen. Frei an Pfosten befestigt werden Nistkästen meist nicht angenommen oder die Brut kommt nicht durch.
  • Gibt es einen Specht in der Nähe, sollte ein Blech am Flugloch angebracht werden. Das erhöht die Haltbarkeit enorm…
  • Reinigen sollte man die Kästen – je nach Temperaturen – Ende Januar bis Mitte Februar: Zum Beispiel mit einer kleinen Kelle und einem Besen, natürlich ohne Wasser oder gar Reiniger. Wichtig ist, immer vorher nachzuschauen: Ist vielleicht schon Brut zu erkennen. Oder gibt es einen anderen „Untermieter“, so wie im Artikel erwähnt…

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