Unser Lebensraum wird gefährdet!

Leider finden in der Gemeinde momentan sehr viele Rodungsarbeiten statt. Oftmals scheinen hier Augenmaß, ökologisches Bewusstsein und Sinn zu fehlen.

Speziell die Gräben werden dieses Jahr wieder vermehrt „gepflegt“.
Begründung: Die Funktion des Wasserabflusses muss gewährleistet sein.

Man widerlegt dieses Argument jedoch gleich mehrfach mit dem eigenen Handeln.
1. Man entfernt auch den Bewuchs, der gar nicht die Funktionsweise des Grabens beeinflussen kann, da er viel zu weit weg steht.
2. Speziell im Bereich der Uferböschung wird der Bewuchs maschinell mit Hilfe eines Phasenmähers o.ä. bodennah entfernt. Die Bereiche sollen gemulcht werden. Die Folge davon ist klar: Schnittgut bleibt liegen, die Erde wird freigelegt. Dadurch wird einerseits das Schnittgut früher oder später im Graben landen. Andererseits wird das Erdreich erodieren, da es nicht mehr dicht bewachsen ist wie zuvor.
Folge: Der Graben wird durch die Rodungsarbeiten verschmutzt und wird erstrecht in seiner Funktionsweise negativ beeinfusst. Was dann wiederum eine weitere (teure!) Reinigungsaktion sowie neue Zerstörung zur Folge haben wird.

Bereits gerodeter und gemulchter Grabenabschnitt

Ursprungszustand

Ursprungszustand

Aktueller Zustand

Speziell das Entfernen von Hecken und Bewuchs außerhalb des Wasserlaufs ist völlig unverständlich. Es werden Wildsträucher wie Kornelkirschen, Hartriegel, Wildrosen oder Liguster rigoros entfernt. Dabei sind diese Pflanzen so nützlich für Vögel, Insekten und Kleinsäuger. Aber auch Hecken sind als Leitstruktur für Fledermäuse enorm wichtig. In Bodenheim werden sie ausgedünnt oder komplett entfernt.

2

Auch in anderen Bereichen finden Rodungen statt. Man entfernt Sträucher, große Bäume und auch Unterbewuchs. Gerade in Zeiten des Klimawandels ist solch ein Vorgehen alles andere als nachhaltig. In Dürrezeiten dient Bewuchs auch als Wasserspeicher. Ist die Erde mit Pflanzen bedeckt, sinkt die Menge an verdunstetem Wasser deutlich. Unterbewuchs ist auch ein wichtiger Unterschlupf für viele Wildtiere, sowie Nistplatz.

3

Das Argument, dass die Sträucher wieder nachwachsen würden, ist ein Irrweg. Natürlich werden manche Sträucher wieder austreiben. Doch bis diese Blüten und Früchte ausbilden vergehen Jahre. – Zeit, in denen den Tieren diese Nahrungsgrundlage fehlt, in einer ohnehin immer lebensfeindlicher werdenden Umgebung. Und sobald diese Sträucher endlich wieder einen größeren ökologischen Nutzen erfüllen, kommt vielleicht auch wieder die Säge.

4

Auch immer mehr große Bäume fallen der Säge zum Opfer. Dabei sind diese enorm wichtige Faktoren für die Artenvielfalt. In sie hämmern Spechte ihre Höhlen, die später von Meisen und anderen Höhlenbrütern, aber auch Fledermäusen oder Käuzen bewohnt werden. Auf und von einem alten, großen Baum leben sehr viele Tiere, aber auch Flechten und Pilze.
Gerne wird beim Fällen argumentiert, es würde ja eine Ersatzpflanzung stattfinden. Doch ein Baum benötigt sehr lange, bis er den gleichen ökologischen Nutzen hervorbringt wie ein alter Baumriese. Es ist ökologisch gesehen ein Holzweg zu glauben, dass Fledermäuse, Spechte und andere Tiere, die auf alte Bäume angewiesen sind, jahrelang ohne diese überdauern können und warten, bis der frisch gepflanzte Baum ihnen wieder den nötigen Lebensraum bietet.

Dieses Treiben muss gestoppt werden, denn es gefährdet unseren Lebenraum.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..